General, Probe & Musik!

veröffentlicht am 6. Oktober 2022 12:00 Uhr

Bad Elster/CVG. Im Zuge der derzeitigen Probearbeiten zum 2. Symphoniekonzert »Zwei: Bruckner & Dvořák«, dem Abschlusskonzert der 22. Chursächsischen Festspiele und des 25. Chursächsischen Sommers am Freitag, den 7. Oktober haben wir den Dirigenten, GMD Florian Merz, kurz zum Programm befragt, um etwas mehr über die musikalische Orchesterarbeit im Vorfeld zu erfahren. Viel Vergnügen!

Welcher Satz oder welches Werk sticht aus diesem Programm hervor und warum?
Natürlich ist die Bruckner-Symphonie das vollkommenere Werk. Aber der erste Satz der Dvořák Symphonie zeigt bereits deutlich das Talent des böhmischen Meisters. Er - und damit die Symphonie – beginnt verhalten, wie ein Nebel. Dann geht es »musikalisch Richtung Böhmen«. In diesem Satz verpackt Dvořák bereits viele seiner musikalisch-musikantischen Ansichten, die in späteren Werken, wie z. B. seiner 9. Symphonie »Aus der neuen Welt«, zur Perfektion entwickelt wurden.

Welche Instrumentengruppe wird besonders gefordert?
Die 1. Violinen und die Violoncelli. Sowohl Bruckner als auch Dvořák schenken diesen beiden Streicher-Gruppen nahezu alle musikalischen Themen bzgl. Melodien, bevor sie dann vom gesamten Orchester aufgenommen werden. Ein solches Programm ist gerade auch für diese Gruppen physisch wie psychisch eine willkommene Herausforderung.

Auf was freuen Sie sich persönlich am Konzerttag am meisten?
Ich liebe Bruckner - alles, freue mich aber insbesondere auf Dvořáks 2. Sinfonie. Dieses Werk wird - auch in Tschechien – zu Unrecht sehr selten gespielt. Natürlich ist es in der Werkshistorie nicht so bedeutend wie Dvořáks späte Sinfonien, doch verdeutlicht diese Komposition bereits seine musikalische Richtung und offenbart sein grandioses Talent. Ich finde es wichtig, bewusst auch solche Werke aufzuführen - seien Sie gespannt!

Welcher Komponist des heutigen Programms liegt Ihnen am nächsten?
Das ist eine sehr, sehr schwere Frage: ich liebe Beide, auf jeweils andere Art und Weise. Während man mit Bruckner an die Himmelspforte klopft, reist man bei Dvořák mitten ins »böhmische« Leben. Auf die »einsame Insel« würde ich aber eher alle Werke Dvořáks mitnehmen…

Wenn nicht in Bad Elster, wo würden Sie dieses Programm gern einmal aufführen?
Bei Bruckner denke ich natürlich immer an das einmalige österreichische Augustiner-Chorherrenstift St. Florian - insbesondere hier wirkte Bruckner. Dort in »seiner« Kirche »seine himmlischen Symphonien« aufzuführen ermöglicht einem Dirigenten bestimmt den direkten Kontakt zum Universum … Wahrlich göttlich! Und dort könnte man auch gut Dvořáks 2. spielen - als bodenständigirdische Antwort.

Herr Merz, wir danken Ihnen für dieses Probeninterview!