Videomitschnitte

Livemusik zum Nachhören

Die Chursächsische Philharmonie und das König Albert Theater präsentieren an dieser Stelle Konzerte als Theatermomente aus dem König Albert Theater Bad Elster, um Sie für einen Besuch bei uns zu inspirieren!

Außerdem haben Musiker*innen der Chursächsischen Philharmonie auf ganz persönliche Art und Weise verschiedene Stücke als „Hausmusik per Post“ auf unserer Youtube-Präsenz online gestellt.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

Mit dem Stieglitz Richtung Himmel

Am Himmelfahrtstag wollten wir eigentlich unsere Open-Air-Saison im NaturTheater Bad Elster eröffnen, dies wird nun um ein Jahr verschoben. Trotzdem möchten wir heute die Natur mit einem Singvogel erklingen lassen. Die Flöte ist das Instrument, das am besten geeignet ist, um die gepfiffenen Klänge von Singvögeln nachzubilden. Die Preisträgerin des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen aus 2018 - Rute Fernandes - lässt für Sie in Vivaldis wundervollem Stieglitzkonzert die silbernen Trille, die süß gewürfelten Phrasen und sogar die klagenden Notizen des Vogels natürlich werden. Fliegen Sie so mit uns eine Runde durch die Lüfte der Musik, in Richtung Himmel... Viel Vergnügen!

In der Halle des Bergkönigs am Welttag des Tanzes!

Passend zum Welttag des Tanzes 2020 präsentieren wir Ihnen eine Sequenz aus unserem Festspielballett des Jahres 2018 zu Griegs weltberühmter Melodie in seiner ebenso weltberühmten Peer-Gynt-Suite zum Meisterwerk von Henrik Ibsen. In einer Phantasie taucht der namensgebende Peer Gynt in die »Halle des Bergkönigs« ein. Hier gibt eine große Menge von Troll-Höflingen, Gnomen und Kobolden und Peer Gynt erlebt eine traümerisch-spielerische Szenerie. Die besondere Musik in dieser besonderen Atmosphäre und Leichtigkeit, verbunden mit Tanz und Theater verdeutlich einmal mehr genau das, was wir in diesen Tagen so deutlich vermissen - Das Theater als Bühne der Phantasie, der Künste und des gemeinsamen Erlebens...

Musik des Glücks am Tag der Erde

Am 22. April feiert der Internationale Earth Day seinen 50. Geburtstag, der schon seit einem halben Jahrhundert das Leben im Einklang mit der Natur thematisiert. Mit dem heutigen ersten Satz von Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur möchten wir Ihnen zeigen, wie wichtig die Musik für die Natur des Menschen ist und somit den Einklang von Körper, Geist und Seele befördert. Das Konzert entstand 1878 auch im April, in Clarens am Genfer See. Für Tschaikowsky waren dies einige seltene Wochen glücklicher Zweisamkeit, die ihn in eine Hochstimmung versetzen: Der erste Satz versprüht bereits dieses fast schwerelose Glück in den Noten der Musik. Die drei Themen des Kopfsatzes werden hier fast plaudernd, elegant und strahlend verarbeitet. Ganz besonders strahlt hier bei uns die junge Nachwuchsgeigerin Lara Boschkor aus Kleve, die aufgrund Ihrer Leistungen bei unseren Chursächsischen Meisterkursen diesen Satz live mit Orchester in Bad Elster interpretieren durfte – Dieser Einklang war wirklich nachhaltig!

Im Paukenwirbel gegen die Stille mit Joseph Haydn

Unser Paukenwirbel gegen den Stillstand: Joseph Haydn, der als künstlerischer Vollender sowohl der Symphonie als auch des Streichquartetts in der Epoche der Wiener Klassik gilt, öffnet mittels der Symphonie »Mit dem Paukenwirbel« musikalisch die Tore zur bereits heraufdämmernden Romantik. Im Sinne dieses musikalischen Zeitenwechsels blicken wir nun auch nach vorn: Im berühmten Finalsatz Allegro con spirito erklingt so mit dem klassischen Hornquintruf ein Weckruf des heraufdämmernden Optimismus - der puren Lebensfreude. Rasant wird ein von den Streichern vorgestelltes zweites Thema variiert, dazu erklingen durch die Holzbläser stützende Akkorde. Achtelläufe, aufbrausendes Fortissimo mit allen Blechbläsern plus Pauken klingen gerade auf den hier verwendeten historischen Insrumenten der Klassik besonders »rassig« und die kaum ins Moll getrübte Es-Dur-Seligkeit zaubert Ihnen heute eine festliche Atmosphäre – Genau wie Sie es in Bad Elster gewohnt sind und ganz sicher auch bald wieder genießen können!

Mit Schubert für Italien

Als nächstes Konzertstück in den Zeiten der Stille möchten wir Ihnen die »Ouvertüre im italienischen Stile« von Franz Schubert präsentieren. Diese entstand im November 1817 zusammen mit ihrem Pendant, der Ouvertüre in C-Dur im italienischen Stil D.591. Beide Stücke reflektieren hier den Einfluss Rossinis, dessen Opern das Wiener Publikum zunehmend faszinierten. Erstere wurde dabei bei der Premiere von Kritikern für ihr »jugendliches Feuer« gelobt. Das eröffnende Adagio führt hier zu einem italienisierenden Thema, danach führen die Streicher das Hauptthema des Allegro giusto ein, das in seinem Verlauf direkt auf Rossini Bezug zu nehmen scheint. Mit dieser italienisch geprägten, lebensfreudigen Leichtigkeit möchten wir in diesen Stunden an die schweren Wochen Italiens gedenken und somit den österlichen Hoffnungsschimmer musikalisch unterstreichen.

Mit Bach in die Osternacht

Zu Beginn der diesjährigen Osternacht haben wir uns heute für Bachs »Magnificat« in authentisch-historischer Aufführungspraxis entschieden. Zwar wird diese Komposition eher zu weihnachtlichen Anlässen aufgeführt, doch ursprünglich hatte sie Bach in seiner Leipziger Amtszeit zu Mariä Heimsuchung am 2. Juli 1723 erarbeitet. Erst für eine Wiederaufführung am 1. Weihnachtstag fügte Bach einer Leipziger Tradition folgend vier weihnachtliche Einlagesätze hinzu. Mit den Worten »Magnificat anima mea Dominum« (»Meine Seele preist den Herrn«) beginnt auf Lateinisch der Lobgesang Marias. Wir möchten mit diesem choralem »Magnificat« im Klang der Stimmen musikalische Kerzen in der Osternacht anzünden – die uns in die österliche Freudenszeit geleiten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen: Frohe & gesegnete Ostern!  

Weber: Klangdichtung vorm Osterfest

Philharmonie in Zeiten der Stille - Part 3: Als nächsten Beitrag haben wir uns die Ouvertüre »Der Beherrscher der Geister« von Carl Maria von Weber ausgesucht. Ursprünglich hatte Weber das Werk für seine unvollendete Oper »Rübezahl« in den Jahren 1804/1805 komponiert. Als Konzertouvertüre war sie bei ihrer Veröffentlichung 1811 im Grunde bereits eine sinfonische Dichtung, wie sie erst später Franz Liszt oder Richard Strauss etablieren sollten. Damit besitzt sie eine Vorreiterrolle und zeichnet sich durch romantische Klangwellen aus, die große Tiefe erzeugen. Diese besondere Klangdichtung besitzt dabei so kurz vor dem Osterfest eine fesselnde Atmosphäre, die auf ganz eigene Weise eine Art musikalische Resonanzfläche im teilweise seltsam bis unwirklich anmutenden, öffentlichen Raum dieser Tage widerspiegelt. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

Voller Frühling mit Schumann

»Ich habe mir für unser Publikum den letzten Satz der Frühlingssinfonie von Robert Schumann ausgesucht, da in diesen Tagen und Wochen ja der Frühlingsanfang als natürlich-künstlerischer Jahreswechsel von den aktuellen Ereignissen überlagert wird. Doch gerade die dem Frühlingsanfang so explizit innewohnende Vorfreude führt ja in der künstlerischen Betrachtung zu zahlreichen Beispielen ungezwungener Lebensfreude, die in diesen Tagen eben auch sehr wichtig ist. Der ursprünglich für diesen Satz vorgesehene Untertitel lautete „Voller Frühling“ und genau das spürt man auch: Im Durchführungsteil schimmern und schauern, duften und leuchten ganztaktige Streicher- und Bläserakkorde, eine kleine Flötenkadenz geleitet die ersten Sonnenstrahlen ins Abendrot, bevor dann ein großartiger Schlussteil diese erste „richtige“ Symphonie des berühmten Zwickauers grandios beendet. Erlauben Sie mir noch einen besonderen „Fingerzeig“, weil die Sinfonie selber in enger Verbindung zur Orchestergeschichte Bad Elsters steht: Denn eine der prägendsten Persönlichkeiten der jungen »Königlichen Badekapelle« war ab 1851 der gebürtige Elsteraner Violinist Christoph Wolfgang Hilf, der das hiesige Orchester über 40 Jahre hinweg leitete und formte. Von 1838 bis 1842 verbrachte dieser seine Lehrjahre als Mitglied des Leipziger Gewandhausorchesters, wo auch Schumann auf ihn aufmerksam wurde. Im Jahre 1841 - kurz vor der Uraufführung seiner weltberühmten „Frühlingssinfonie“ – bat dieser den jungen Hilf, Fingersätze in die Violinstimmen einzutragen, was jener nur tat, weil der Gastgeber darauf bestand. Wie Hilf später stolz mitteilte, wurden seine Vorschläge beim Druck der Sinfonie beibehalten… Sie sehen, die Kultur aus Bad Elster hatte auch hier die Finger im Spiel!«

Stephan Seitz
Marketingdirektor
Chursächsische Philharmonie & Chursächsische Veranstaltungs GmbH Bad Elster

Beethoven als Brücke der Hoffnung

»Ich habe mir zur Premiere unserer musikalischen Brücke in Zeiten der Stille für unser Publikum den ersten Satz der 4. Beethoven-Sinfonie herausgesucht. Das Konzert dazu fand fast genau vor 3 Jahren im Rahmen der 13. Chursächsischen Mozartwochen 2017 im König Albert Theater statt. Die heitere Grundstimmung der Symphonie erschließt sich hier eben nicht sofort, denn Beethoven notiert die Adagio-Einleitung in dunklem b-Moll. Sein erster Satz ist dabei für mich in dieser Zeit ein faszinierendes Tonbild zur Situation derzeit: Erst langsam, ja behutsam dringt die Musik durch verschiedene Moll-Harmonien heraus, plötzlich bricht hier im Allegro vivace das energiegeladene Leben in B-Dur hervor. Licht gegen Dunkelheit – das Licht siegt: Ein fulminantes Zeichen der Hoffnung!«

GMD Florian Merz
Chefdirigent & Geschäftsführender Intendant